Die zweite Mannschaft des FC Teufen spielt in der kommenden Saison in der 4. Liga. Als es schon so aussah, als ob man trotz einer nahezu perfekten Rückrunde auch dieses Jahr den Sprung in die höhere Liga nicht schaffen würde, kam die frohe Kunde vom Verband: Die Mannschaft gehört zu den besten Gruppenzweiten und hat sich damit die Aufstiegsberechtigung erspielt.

„Phänomenal“, „einfach zu gut“, „diskussionslos die Besten“, „in jeder Hinsicht die überragende Mannschaft“, „Meister der Herzen“ – die Reaktionen auf die Leistungen der zweiten Mannschaft des FC Teufen in der Rückrunde waren zahlreich – und ausnahmslos positiv, genau genommen sogar überschwänglich, lobend, anhimmelnd, vergötternd. Da mutete es geradezu paradox an, dass die Mannschaft den Aufstieg vermeintlich nicht realisieren konnte und den Schritt in die 4. Liga knapp verpassen würde. Denn nachdem alle Partien gespielt worden waren, stand die Equipe auf dem zweiten Platz der Gruppe, der nicht zum direkten Aufstieg berechtigte. In der Folge musste man um den Aufstieg bangen: Man war sich der Möglichkeit bewusst, auch als Gruppenzweiter aufsteigen zu können, jedoch reihten indirekte Aufstiegskonkurrenten aus anderen 5. Liga-Gruppen Sieg an Sieg, sodass die Chancen, zu den besten Gruppenzweiten zu gehören, von Tag zu Tag kleiner wurden. Ende Juni meldete dann der Verband, dass die sich die zweite Mannschaft des FCT die Aufstiegsberechtigung erspielt hat – s’Zwei chuglet also bald i de vierte Liga.

Nun aber von Beginn weg: Nach einer (vermeintlich) verkorksten Hinrunde, die mit einer Platzierung im Tabellenmittelfeld abgeschlossen worden war, schaltete der FCT in der Rückrunde vom Spar- in den Leistungsmodus. Damit war denn auch das Schicksal der gegnerischen Mannschaften besiegelt: Hemmungslos spielte die Mannschaft ihre wahre Stärke aus und demontierte eine Equipe nach der anderen – die Bilanz: Aus acht Spielen in der Rückrunde resultierten sieben Siege und ein Unentschieden. Stichwort „Unentschieden“: Schnell kursierten Gerüchte, ob die Spieler den Aufstieg gar nicht erreichen wollten beziehungsweise eben uneins waren, ob der Schritt in eine höhere Liga sinnvoll wäre. Der Fakt, dass das einzige Remis – trotz unbestrittener Überlegenheit – gerade gegen den späteren Gruppensieger Appenzell zustande gekommen war, sorgte für zusätzliche Unruhe: Haben Absprachen stattgefunden? Hat die Mannschaft nur aus Rücksicht nicht ihr volles Potenzial ausgeschöpft? Sind gar Gelder geflossen?

Dieses Medium bringt nun endlich Licht ins Dunkle und liefert mit Zitaten aus einem Exklusiv-Interview mit einem Führungsspieler die lang ersehnten Antworten: „Wir haben uns schlicht verkalkuliert. In der Vorrunde wollten wir den anderen Mannschaften in der Gruppe eine Chance lassen, sie nicht schon im ersten Spiel völlig demotivieren – halt eben ein Zückerchen hinwerfen. Wir waren uns unserer Überlegenheit stets bewusst und erspielten uns mit ein paar „Nicht-Siegen“ quasi Spannung und eine Herausforderung für die Rückrunde. Wir hatten vor der Saison bereits gewusst, dass wir die Hinrunde im Tabellenmittelfeld abschliessen würden. Für die Rückrunde hatten wir sieben Siege eingeplant – irgendwo ist uns da ein Rechenfehler unterlaufen. Hätten wir gewusst, dass acht „Dreier“ nötig gewesen wären, hätten wir natürlich auch in dem Spiel, das Unentschieden ausgegangen war, noch eine Schippe draufgelegt.“

Nun ist also alles klar: Sportlich gesehen ist die zweite Mannschaft des FC Teufen eine Klasse für sich und war schon bereits nach dem Ende des Meisterschaftsbetriebs der „eigentliche Aufsteiger“. Im Nachhinein wurde die eklatante sportliche Überlegenheit denn auch mit dem Aufstieg belohnt. Dass man in mathematischer Hinsicht in der Kreisklasse gespielt hat, wurde dem Team so vergeben. In diesem Sinne: 5. Liga + eine Liga – s’Zwei = 4. Liga! Alles klar? Und wer kann jetzt nicht rechnen, hä?