In der 80. Minute der Höhepunkt aus Sicht der Gastgeber. Marco Streule unterstrich seine Fähigkeiten. Gutes Timing und die grossartige Spielübersicht verhalfen ihm dabei, Thierry Alder per flachen Steilpass in die Tiefe zu schicken. Dem Passempfänger gelang nach einem erstaunlichen Antritt und einem hübschen Lob über den Torwart der Treffer. Es entstand allerdings keine Jubeltraube mehr, denn zu diesem Zeitpunkt glaubte selbst der erbarmungsloseste Optimist nicht mehr an eine Wende. Immerhin verdoppelte der FCTB mit diesem Treffer einen erstaunlichen Kennwert. Jenen der erhaltenen Gegentore des Tabellenführenden. Nach sieben Spielen gerade mal zwei Gegentore – kann man machen.

Eine Woche nach dem ersten Saisonsieg folgt die mit Abstand höchste Saisonniederlage. Dies gegen einen Gegner, der von Anfang an bemerkbar machte, dass er gemäss seinen Stärken wohl eine Spielklasse zu tief seine Ernstkämpfe bestreitet. Dies ist wohl die Einschätzung der überwiegenden Mehrheit der zahlreich erscheinenden Zuschauer in Teufen auf dem Kunstrasenplatz. Folgerichtig mündeten die gespielten Minuten verdientermassen zur ersten klaren Klatsche für den FCTB. Das Resultat gilt selbst in dieser Höhe als gültige Referenz für die Stärkeverhältnisse zwischen den beiden Kontrahenten.

Der hohe Sieg für den nach sechs Partien punktverlustlosen Ersten nahm schon früh Struktur an. In der 18., 27., und 33. Minute nahm das Score seinen Lauf. Die Staader zeigten teils erstklassige Spielzüge. Sie schafften sich durch taktische Raffinesse und viel Laufarbeit beinahe in jeder erdenklichen Spielsituation mehrere Anspielmöglichkeiten. Die im Fussballjargon oft erwähnte Dreiecksbildung bei Ballbesitz, welche dem Ballführenden im Idealfall während jeder Spielsituation mindestens zwei Anspieloptionen bietet, war bei den Staadern in ihrem Spielverhalten automatisiert. Diese taktische Überlegenheit, gepaart mit grossartiger individueller Klasse, hoher Passqualität und technischer Beschlagenheit, war eine Hürde zu hoch für die Rotbachelf. Als der Schiedsrichter zur Pause signalisierte, war die Partie in der Sichtweise des objektiven Zuschauers bereits vorentschieden. 0 zu 4 führten die Gäste zu diesem Zeitpunkt. Die Heimmannschaft wirkte aufgrund des starken Auftretens der Gäste beeindruckt und vermochte überhaupt nicht ins Spiel zu finden. Nicht nur offensiv harmlos, auch defensiv anfällig. Das Pausenresultat folglich auch in dieser Höhe dem Spielverlauf entsprechend.

In der zweiten Halbzeit wurden die Gastgeber ein wenig mutiger. Man hatte nicht mehr viel zu verlieren und durfte ohne Druck wieder die eigene Spielphilosophie aufzuziehen versuchen. Mit Betonung auf „versuchen“. Auch wenn sich über das ganze Spiel verteilt immer wieder einzelne kurze starke Spielphasen einschlichen, war das gebotene zu wenig, um die Staader in wirkliche Bedrängnis zu versetzen. Immerhin kam das Heimteam in der zweiten Spielhälfte vermehrt zu gefährlichen Aktionen (71.; 73. Mario Gygax) sowie zweimal

Thierry Alder und einmal Raphael Labhart. Gleichermässen hätte den Gästen auch ein „Stängeli“ gelingen können, wären alle Torchancen verwertet worden. Schliesslich immerhin mit anfangs erwähntem Torerfolg zum 1 zu 8, welcher wenigstens als gutes Omen für das letzte Vorrundenspiel in einer Woche gegen Scintilla gelten sollte. In Arbon dürfte sich dem neutralen Zuschauer wieder ein Spiel auf Augenhöhe bieten. Die Tabellennachbarn kämpfen beide um den Anschluss ans Mittelfeld der Gruppierung.

Für den FCTB spielten: Marco Pezzoli; Nuno Correa, Simon Bär, Baris Kaygisiz, Noah Frehner; Dimitri Waldburger, Adrian Meier, Mario Gygax; Raphael Labhart, Tobias Bruderer; Diego Ruibal.

Eingewechselt: Gabriel Barmettler, Lukas Koller, Lukas Benz, Marco Streule, Alex Ulrich, Thierry Alder, Dario Maffeo.