Viele unglückliche Niederlagen musste die Elf rund um Spielertrainer Pieli und Waldburger im Verlaufe dieser Vorrunde hinnehmen. Umso befriedigender fühlt es sich an, nun auch mal glücklich gewonnen zu haben. Denn die Heimmannschaft aus Arbon vergab über die 90 Minuten gleich etliche Grosschancen und hätte den Sieg mindestens so verdient gehabt wie der FCTB. Eine ausführliche Auflistung aller erwähnenswerten Szenen würde den Rahmen dieses Berichts sprengen. Gemäss Spielprotokoll erschien die Heimmannschaft gleich elf Mal gefährlich bis brandgefährlich vor dem Tor der Gäste. Mitunter rettete auch zwei Mal das Aluminium die Gastmannschaft. Mindestens bei der Hälfte dieser Grosschance vermutete man als neutraler Zuschauer den Ball bereits im Tor. Teils Unvermögen, teils Pech und teils Brillanz liessen die Gäste frustrierend wenig jubeln. Die Brillanz bezieht sich auf den Torwart und mit Abstand besten Mann der Rotbachelf. Unfassbar, wie Marco Pezzoli mehrere Torschüsse vereitelte und zahlreiche Eins gegen Eins Duelle gegen anstürmende Angreifer für sich entschied. Ca. 2,8 der 3 Punkte verdankt die Mannschaft dem Hexer im Tor.

Betrachtet man die Chronologie der Tore, ist der Sieg der Gäste dann gar nicht mehr so unverdient. Sieben Minuten waren gespielt, als Raphael Labhart nach feinem Zuspiel von Tobias Bruderer das Tor verfehlte. So verzeichnete man immerhin die erste Grosschance im Spiel. Nach regem Hin und Her konnte sich Labhart in der 24. Minute doch noch in die Torschützenliste eintragen lassen. Herrliches Dribbling, drei Gegenspieler wie Slalomstangen umkurvt und schliesslich ins nahe Eck zum null zu eins. Schön anzusehen. Wenige Minuten später hätte Nuno Correia beinahe erhöht. Ein Verteidiger klärt seinen Schuss aber spektakulär per Kopf auf der Linie. 36 Minuten waren gespielt, als Tobias Bruderer nach Tohuwabohu im Strafraum zum null zu zwei abstauben konnte. Als der auffällige Labhart, der die linke Seite offensiv beackerte, nur noch per Foul im Strafraum gebremst werden konnte, war der Pausenpfiff schon nahe. Baris Kaygisiz verwertete den Strafstoss – drei Tore Vorsprung. Doch der anfälligen Defensivleistung der Gäste geschuldet, durfte man sich noch nicht zu früh freuen. Noch vor der Pause verkürzte Scintilla durch einen gekonnten Chip über den Torhüter zum überfälligen Tor für das Heimteam.

Nach der Pause wurden die Arboner gleich mehrfach präsent vor dem Tor des FCTB. Wichtig für die Blau-Gelben, dass man nicht gleich in den ersten Minuten nach Wideranpfiff ein Tor kassierte. Moralisch wäre dies schwierig zu verarbeiten gewesen und die Nervosität wäre wohl ins unermessliche gestiegen. Nach 56 Minuten bekam ein Arboner völlig zurecht nach überhartem Einsteigen die rote Karte gezeigt. Auch in Überzahl war der FCTB nicht in der Lage, weitere Hochkaräter des FC Scintilla zu verhindern. In der 70. Minute ahndete der Schiedsrichter ein Notbremsefoul von Baris Kaygisiz ebenfalls mit dem roten Karton. Rund zehn Minuten vor Schlusspfiff das zwei zu drei durch die Arboner. Zehn Minuten Zittern. Weitere Grosschancen auf beiden Seiten. Schlusspfiff. Geschafft. Beide Mannschaften hätten an die zehn Tore schiessen können. Ein übliches Eishockey- oder gar Handballresultat wäre dem Spielverlauf angemessener gewesen.

Da es ein sogenanntes Sechspunktespiel unter Tabellennachbarn war, gilt der Dreier als umso wichtiger für die Appenzeller. Somit hat die Rotbachelf den Anschluss an das Tabellenmittelfeld gehalten und eine Lücke zum Tabellenende entstehen lassen. Und doch liest sich die Zwischenbilanz der Vorrunde mit zwei Siegen, drei Remis und vier Niederlagen relativ bescheiden. Da hätten sich Mannschaft und Trainer mehr erhofft. Man vermochte sich aber im Verlauf der ersten Saisonhälfte

zu steigern und zeigte teils gute Partien. Das Mindestziel des Nichtabstiegs ist mit diesem Dreier ein Stück näher gerückt.

Für den FCTB spielten: Marco Pezzoli; Baris Kaygisiz, Simon Bär, Manuel Schöpfer, Noah Koller; Raphael Labhart, Luca Pieli, Adrian Meier, Nuno Correa; Tobias Bruderer, Thierry Alder.

Eingewechselt: Heinz Lendenmann, Diego Ruibal, Timo Heierli, Remo Langenegger, Marco Streule, Gabriel Barmettler und Tobias Hofstetter.